Fördertraining bei Dyskalkulie und Rechenschwäche
Wir bieten individuelle Einzelförderung für Kinder mit Rechenschwäche und Dyskalkulie. Wir arbeiten im Lernstudio nach der AFS-Methode des EÖDL. Diese offene Methode kombinieren wir mit bewährten Konzepten, Programmen und Materialien, wie dem Zahlen-Struktur-Material von Dr. Günther Heil, den Lernbaukästen der Akademie Lernwerk von Annette Bauer oder beispielsweise auch bewährten Montessori-Materialien.
Eine Förderstunde (60 Minuten) gestaltet sich im Lernstudio nach folgendem Ablauf:
- Hausaufgabenkontrolle (ca. 5 min.)
- Aufmerksamkeits- und Konzentrationsphase (ca. 10 min.)
- Funktionstraining - Förderung der Sinneswahrnehmungen (ca. 10 min.)
- Symptomtraining - Bearbeiten verschiedener Problematiken mit speziellen Techniken (ca. 30 min.)
- Abschlussspiel (ca. 5 min.)

Vor dem Training und einer gezielten Förderung muss ein genaues Profil erstellt werden und eine Analyse der Fehlererscheinungen erfolgen. Dann tragen drei Schritte wesentlich zu einer erfolgreichen Förderung bei. Der erste Ansatz ist die Aufmerksamkeit des Kindes beim Rechnen zu verbessern. Die Fehler, welche dabei entstehen, beruhen sehr stark auf der Tatsache, dass das Kind mit den Gedanken mehr oder weniger abwesend ist. Daher werden dem Kind in der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsphase zu Beginn der Fördereinheit Geschicklichkeitsübungen, Koordinationsübungen, Zeitempfindungsübungen, Bewusstseins- und Entspannungsübungen angeboten, damit die Aufmerksamkeit und Konzentration, die es beim Rechnen benötigt, gesteigert wird.
Die Funktionen und das Zusammenspiel der Sinneswahrnehmungen, welche für das Rechnen benötigt werden, laufen beim Kind mit einer Dyskalkulie nicht in "geregelten" Bahnen. Zufallserfolge sind an der Tagesordnung. Daher muss ein erfolgreiches Training unbedingt die Sinneswahrnehmungen, welche man zum Rechnen grundlegend benötigt, trainieren und damit verbessern. Die Kinder lernen, besser hinzuschauen, besser hinzuhören und den Raum besser einzuschätzen. Natürlich ist der Grundsatz "ohne Rechenübung kein erfolgreiches Rechnen" unbedingt zu beachten. Jedes Kind muss, wenn es das Rechnen erlernt, üben. Nicht nur das Kind mit Dyskalkulie! Allerdings brauchen diese Kinder mehr Zeit, geeignete Materialien und Hilfsmittel und einen erhöhten Mehraufwand an gezielten Wiederholungen, um den Wissensstand der Mitschüler zu erreichen.

In Einzelfällen kann beim Landkreis Emsland eine finanzielle Unterstützung beantragt werden, sofern ein Arzt ebenfalls eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche festgestellt hat. Vereinbaren Sie doch einfach einen unverbindlichen Termin für ein Beratungsgespräch.
Wann kann man eine Dyskalkulie vermuten und wie kann man sie erkennen?
Eltern fangen häufig an sich zu wundern, wenn sie beobachten, wie ihr Kind darüber nachgrübelt, ob 23 nun größer oder kleiner ist als 38. Mengen, Maße, Größen und Längen zu erfassen ist für einige Kinder unmöglich, obwohl sie durchschnittlich intelligent sind und in anderen Fächern mit guten Noten glänzen. Dennoch zweifeln diese Kinder an sich, da die Zahlen unbegreiflich scheinen und sie so schnell zum Außenseiter werden. Interessant ist, dass diese Kinder häufig schon lange vor Schulbeginn zahlreiche Indizien erkennen ließen, die auf eine Dyskalkulie (Rechenschwäche) hinwiesen.
Nicht immer hat jedes "auffällige" Kind eine Dyskalkulie, aber grundsätzlich ist zu bemerken, dass diese Kinder bereits im Vorschulbereich kein Interesse an Zahlensymbolen zeigen, wie z. B. Würfeln, Zahlen und Ziffern. Spiele, bei denen gezählt werden muss, werden von diesen Kindern verweigert oder abgelehnt. Sie verstehen den Wert des Geldes nicht, unterscheiden nicht mehr, weniger oder gleichviel und haben Schwierigkeiten, Dinge aufzuteilen. Sie verwechseln richtungsausweisende Bezeichnungen wie oben, unten, rechts, links, darunter, dahinter usw. Sie können beim Vergleichen nicht sagen, ob ein Gegenstand größer, kleiner, dicker, dünner usw. ist. Sie haben kein Gefühl für Proportionen, was speziell bei Körperzeichnungen zu beobachten ist.
Nach dem Schulbeginn verstärken sich die Anzeichen in dem direkten Bezug mit Zahlen und Rechenoperationen. Um eines jedoch vorweg zu nehmen, auch das Kind mit einer Dyskalkulie erlernt das Rechnen. Allerdings braucht es viel Geduld und Liebe, vor allem aber eine gezielte und schnelle Hilfe. Je eher dies passiert, desto größer sind die Chancen, das Rechnen zu erlernen. Sind die Probleme des Kindes im Vorschulbereich nicht erkannt worden, ist wertvolle Zeit verstrichen. Völlig falsch wäre es nun in der Schule auf bessere Zeiten zu warten. Eine Dyskalkulie löst sich leider nicht von alleine auf. Von daher muss spätestens jetzt professionelle Hilfe und Förderung ansetzen. Eine Änderung im Zugang zu den Zahlen und zu mathematischen Vorgängen kann durch ein gezieltes Training, eine individuelle Förderung gut erreicht werden. Die Praxis zeigt aber, dass unzählige Male die gleichen Schritte geübt werden müssen, damit eine merkliche Verbesserung beim Rechnen eintritt. Geduld und nochmals Geduld ist das wichtigste Fundament.
Bei folgenden Inhalten wird je nach Problematik angesetzt, aufgearbeitet, gefördert und vertieft:
Räumliche Verhältnisse / Klassifizieren: Einstufen, Ordnen, Einteilen / Muster und Anordnung / Der Eins-zu-Eins Bezug / Rechnen mit den Zahlen 0-9, den zehner-, hunderter- und tausender Zahlen (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren) / Messen / Zeit und Geld
Fragenkatalog: Liegt eine Dyskalkulie vor?
- Benötigt Ihr Kind ungewöhnlich viel Zeit für Rechenoperationen und zeigt schnell einen Erschöpfungszustand?
- Zahlenräume, Mengen, Größen, Formen, Distanzen können schlecht erfasst werden, die Verbindung zwischen Zahlenbegriffen und Mengen fehlt?
- Rechensymbole (Plus, Minus, Divisions- und Multiplikationszeichen) werden nicht erkannt?
- Lässt es Ziffern aus?
- Hat es Schwierigkeiten beim Überschreiten des Zehner-/ oder Hunderterschrittes?
- Reversiert es Zahlen (67/76)?
- Verwechselt es ähnlich klingende Zahlen (19/90)?
- Beim Kopfrechnen kann es keine Zwischenergebnisse speichern?
- Es hat Schwierigkeiten beim Erlernen des Einmaleins?
- Liest oder schreibt es Zahlen seitenverkehrt (6/9)?
- Verwechselt es ähnlich aussehende Zahlen (23/32) (5/6)?
- Zeigt es öfters eine falsche Wiedergabe von Zahlen beim Abschreiben?
- Hat es Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und Reproduktion räumlicher und zeitlicher Abfolgen?
- Duldet es widersprüchliche Ergebnisse oder bemerkt es sie nicht einmal?
- Hat es eine generelle Regelunsicherheit?
- Zählen und /oder Rückwärtszählen gelingen nur unter Verwendung der Finger?
Beantworten Sie mehr als 6 Fragen mit ja, sollte das Kind auf eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche überprüft werden.
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